Reihe abgestellter Wechselbrücken auf Stützbeinen vor einer Logistikhalle mit Verladetoren

Ladungssicherung im Container: Was im Inneren eines Seecontainers zählt

Container schirmen ihren Inhalt zwar gegen Wasser und Witterung ab, der Bewegung von Schiff, Kran und LKW ist die Ladung im Inneren aber ungeschützt ausgesetzt. Sobald die Türen geschlossen und der Container verplombt ist, lässt sich die Ladungsverteilung im Inneren nicht mehr korrigieren. Was beim Stauen versäumt wird, schlägt sich im Schadensfall direkt auf Ware, Versicherung und Haftung nieder. Gerade bei Seetransporten kommen Kräfte aus mehreren Richtungen zusammen: Rollen und Stampfen des Schiffes, Beschleunigung und Bremsen im Vor- und Nachlauf, Vibrationen auf der Bahn.

 

Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Sicherung der Ladung im Container, also im Inneren eines See- oder Standardcontainers. Er beschreibt die geltenden Regelwerke, die Bauteile, die jeder ISO-Container für die Ladungssicherung mitbringt, die wichtigsten Stauhilfsmittel, typische Anwendungsfälle nach Verpackungsart und die Punkte, die Verlader und Speditionen vor dem Verschließen der Türen prüfen sollten. Die Sicherung von Containern auf einem LKW oder Bahnwagen ist ein eigenes Thema und wird hier nicht behandelt.

Worauf wirkt die Ladung im Container ein?

Im Inneren eines Containers wirken zwei Arten von Kräften auf die Ladung. Statische Kräfte entstehen durch das Eigengewicht der Ware: Druck auf den Containerboden und auf darunter stehende Verpackungen, Knick- und Biegebeanspruchungen in den unteren Lagen eines Stapels. Dynamische Kräfte entstehen während des Transports durch Beschleunigung, Stöße und Vibrationen.

 

Die Beanspruchung unterscheidet sich nach Verkehrsträger. Im Straßentransport erzeugen Bremsen und Kurvenfahrten Stöße und horizontale Beschleunigungskräfte, dazu kommen Vibrationen aus Fahrbahn und Federung; vertikale Beschleunigungen können dabei bis zu 1,5 g erreichen. Auf dem Containerschiff treten Rollen, Stampfen und Gieren auf. Bei starkem Rollen wird lose Ladung an eine Containerwand geschleudert, im Extremfall kann eine schlecht gesicherte Schiffsladung das Schiff in Schlagseite bringen.

Kofferauflieger mit palettierter Ladung auf eingehängter Zwischenebene und roten Spanngurten

Im folgenden Auszug aus den Verfahrensregeln der IMO7ILO/UNECE für das Packen von Güterbeförderungseinheiten, dem sogenannten CTU-Code, können die wirkenden Kräfte der unterschiedlichen Transport-Arten eingesehen werden.

 

Quelle: https://www.deutsche-flagge.de/de/redaktion/dokumente/dokumente-sonstige/ctu-code-2015_deutsch.pdf

 

Im Schienentransport sind die seitlichen Beschleunigungen mit etwa 0,5 g moderat, frontale Kräfte beim Rangieren erreichen jedoch deutlich höhere Werte.

Diese Kräfte müssen die Sicherung im Container auffangen, ohne dass die Ladung verrutscht, kippt oder umschlägt.

Regelwerk: CTU-Code, StVO und VDI 2700

Für die Ladungssicherung im Container gilt nicht ein einzelnes Gesetz, sondern ein Zusammenspiel aus internationalen Richtlinien und nationalen Vorschriften. Im internationalen Containerverkehr spielt vor allem der CTU-Code, formal: die Richtlinie für das Packen von Beförderungseinheiten der International Maritime Organization (IMO) und der International Labour Organization (ILO). Sie behandelt das Packen von Ladung außer Schüttgut in oder auf Beförderungseinheiten zu Wasser und zu Lande und löste die zuvor geltenden Container-Packrichtlinien ab. Der Lufttransport ist nicht erfasst.

 

Im Straßenverkehr gilt zusätzlich die StVO. § 22 StVO verlangt, dass Ladung so verstaut und gesichert ist, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichem Ausweichen nicht verrutschen, umfallen, hin- und her rollen oder herabfallen kann. § 23 StVO ergänzt, dass die Ladung die Sicht und das Gehör des Fahrers nicht beeinträchtigen darf. Diese Pflichten greifen, sobald der Container auf einem LKW transportiert wird, und sie wirken indirekt auch auf die Stauung im Inneren: Wenn die Ladung im Container kippt oder verrutscht, werden die Anforderungen nach außen kaum eingehalten.

 

Die VDI 2700 ist als anerkannte Regel der Technik der praktische Maßstab für die Umsetzung. Sie beschreibt formschlüssige und kraftschlüssige Sicherung als die beiden Grundprinzipien und legt die Verantwortlichkeiten von Verlader, Fahrer und Halter fest.

Weißer Sattelzug mit Kofferauflieger auf nasser Fahrbahn bei Dämmerung

Bauteile im Container für die Ladungssicherung

Jeder ISO-Standardcontainer bringt von Haus aus mehrere Bauteile mit, die für die Sicherung der Ladung gedacht sind. Wer diese Elemente kennt und planmäßig nutzt, kann die meisten Sicherungsaufgaben ohne aufwändige Sonderkonstruktionen lösen.

 

Zurrstege und Zurrringe: An den Eckpfosten sowie an den Boden- und Dachlängsträgern sitzen Zurrstege, in vielen Containern gibt es zusätzlich Zurrringe im Boden. Sie dienen als Fixpunkte zum Verzurren der Ladung mit Tauwerk, Kunststoffbändern, Bandeisen, Schnellspannern, Gurten oder Ketten.

 

Gesickte Stahlseitenwände: Die Seitenwände vieler Stahlcontainer sind gesickt, also profiliert. In diese Sicken lassen sich querlaufende Holzbalken einpassen, um die Ladung in Längsrichtung abschnittsweise zu sichern. In der Regel haben die Container vertikale Sicken.

 

Eckpfosten: Die Eckpfosten gehören zu den belastbarsten Bauteilen des Containers. Sie sind dafür ausgelegt, hohe Punktbelastungen aufzunehmen, etwa beim Abblocken schwerer Ladungsstücke mit Stempelung oder Balken.

 

Containerboden aus Holz: Der Boden lässt sich mit Holzverbindern punktuell befestigen, da dieser festgenagelt ist. Damit lassen sich Stauhölzer, Heftleisten oder Schlitten fixieren, ohne die Containerstruktur zu beschädigen. Allerdings sollte diese Lösung nur bei geringfügigen Sicherungsanforderungen Einsatz finden, da – abhängig von der Größe der verwendeten Nägel – nur eine Blockierkraft von maximal 1 – 4 kN, also 100 – 400 daN pro Nagel angenommen werden kann.

 

Diese Bauteile sind die Grundlage jeder Ladungssicherung im Container. Sicherungspunkte, die in den Container eingebracht werden, sollten an diese Konstruktionspunkte anschließen, nicht an die weniger belastbaren Wandflächen.

Unteres Ende einer Aluminium-Sperrstange mit Drehfuß in einer gelochten Bodenschiene

Hilfsmittel zur Ladungssicherung im Container

Je nach Aufgabe stehen unterschiedliche Stauhilfsmittel zur Verfügung. Die Praxis im Container kombiniert sie meist nach Einsatzbereich.

Abstützen, Druck ableiten und Lücken schließen

Zum Abstützen der Ladung und zum Ableiten von Druck eignen sich Holzbalken, Bohlen, Kanthölzer, Stauholz, Bretter, Staugitter, Leerpaletten, Luftstaupolster, Leergut sowie Zwischenböden und Zwischenwände. Lücken zwischen Ladungsteilen oder zwischen Ladung und Containerwand werden mit denselben Hilfsmitteln geschlossen, ergänzt um Schaumstoff, Wellpappe oder gebrauchte Reifen, je nach verfügbarem Material. Mit Druckluft aufgepumpte Säcke und Staupolster füllen Hohlräume schnell und passgenau aus.

Ladung abschnittsweise sichern und mehrere Ebenen beladen

Wenn der Container in mehreren Abschnitten beladen wird, lassen sich diese Abschnitte mit Holzbalken, Staugittern, Zwischenböden, Zwischenwänden, Luftstaupolstern und Netzen voneinander trennen und sichern. Beim Beladen in mehreren Ebenen kommen vor allem Holzbalken, Bohlen, Kanthölzer, Staugitter und Zwischenböden zum Einsatz, um die Last sauber zu verteilen.

Mann setzt horizontalen Aluminium-Ladebalken in seitliche Lochschienen vor Plattenware auf Paletten

Ladung an Zurrmöglichkeiten befestigen

An den Zurrstegen, Zurrringen und Eckpfosten lässt sich Ladung mit Netzen, Tauwerk, Draht, Gurten, Bandeisen, Kunststoffband, Ketten, Nylonband, Hercules-Tauwerk oder Schnellspannern befestigen. Welcher Sicherungsstrang sinnvoll ist, hängt von Gewicht, Form und Empfindlichkeit der Ladung ab. Wichtig ist, dass die Tragfähigkeit der Sicherungsmittel zu den auftretenden Kräften passt und Etiketten oder Kennzeichnungen entsprechend der gültigen Normen vorhanden sind.

Reibung erhöhen

Reibung zwischen Ladung und Containerboden reduziert das Risiko, dass Lasten verrutschen, und kann den nötigen Aufwand für Niederzurren senken. Geeignet sind unter anderem Kunststoffmatten, Kokosmatten, Gummimatten, raues Papier oder Antigleit-Spray. Antirutschmatten sind im Containerumfeld eine sachliche Ergänzung zur Sicherung, kein Ersatz für aktive Verzurrung.

Paletten und Schlitten verbinden

Paletten, Schlitten und Holzleisten lassen sich mit Holzverbindern zu größeren, stabileren Einheiten zusammensetzen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Stellfläche im Container vollständig genutzt werden soll und Einzelteile sich gegenseitig blockieren sollen.

Ladungssicherung mit Zurrgurten

Sicherung nach Verpackungstyp

Die richtige Sicherung im Container hängt stark vom Verpackungstyp ab. In der Praxis dominieren wenige Typen, für die es bewährte Vorgehensweisen gibt.

Kartons und Kisten

Schwere Packstücke gehören nach unten, leichtere darüber. Kartons und Kisten werden möglichst auf ein einheitliches Niveau gestapelt und idealerweise wie Mauersteine versetzt, um einen stabilen Verbund zu schaffen. Zwischenschichten aus Holz oder stabiler Pappe verteilen den Druck der oberen Lagen gleichmäßig. Verbleiben Hohlräume zwischen Stapeln und Containerwand, werden sie mit Stauhölzern oder Staupolstern geschlossen, damit die Ladung nicht in die Lücke kippt.

Paletten

Auf Paletten lassen sich mehrere Ladungsteile mit Schrumpffolie oder Gurten zu einer Einheit zusammenfassen. Europaletten mit 0,8 mal 1,2 Meter und Industriepaletten mit 1,0 mal 1,2 Meter passen im Container nicht lückenlos, weshalb Zwischenräume mit Luftsäcken oder Stauhölzern geschlossen werden müssen. Spezielle Containerpaletten mit 1,14 Meter Kantenlänge erlauben in einigen Konstellationen ein lückenloses Auslegen des Bodens, sind aber kein Standard.

Fässer

Fässer mit Flüssigkeiten gehören aufrecht in den Container und sollten vor dem Verladen auf Dichtigkeit geprüft werden. Wo der Durchmesser eine geschlossene Reihe von Wand zu Wand verhindert, werden Lücken mit Luftsäcken, Stauhölzern oder anderem Staumaterial geschlossen. Stahlbänder, die quer über die Fassreihen geführt werden, erhöhen die Stabilität. Teilweise untergelegte Paletten schaffen verschachtelte Standhöhen, die einen Verbund zusätzlich versteifen.

Voll beladener Transporter-Laderaum mit Kartons hinter blauen Sicherungsnetzen und Gurten

Sackgut und Ballen

Säcke und Ballen werden alternierend in Längs- und Querrichtung übereinander geschichtet, damit ein selbsttragender Verbund entsteht. Plastiksäcke neigen zu wenig Eigenreibung und verrutschen leichter; in diesen Fällen lohnt sich das Bündeln auf Paletten mit Schrumpffolie. Holzbretter zwischen den Lagen und auf dem Containerboden schützen die Ware beim Be- und Entladen mit dem Gabelstapler.

Schwere und kompakte Frachtgüter

Schwere Lasten benötigen ausreichend große Auflageflächen, damit der Containerboden punktuell nicht überlastet wird. Zwei längs verlaufende Holzbalken parallel zur Mittellinie verteilen die Last. Die Belastung pro laufendem Meter Bodenlänge sollte rund 4,5 Tonnen nicht überschreiten. Wer die Auflagelänge der Ladung durch ihr Gewicht teilt, erhält den Wert pro Meter und kann die Last entsprechend planen.

Paletten mit Getränkekästen im Transporter, gesichert durch Gurte und vertikale Sperrstangen

Türseite und Schwerpunkt: zwei oft unterschätzte Punkte

Beim Öffnen der Containertüren am Bestimmungsort kann herabfallende Ladung Personen verletzen. Die Türseite muss deshalb immer sauber abgeschlossen sein. Zwischen den Eckpfosten lässt sich ein Riegelbalken einpassen, ein paralleler Balken am Ladungsabschluss begrenzt die Stauung am Boden, der Zwischenraum wird mit Hölzern im rechten Winkel passgenau ausgefüllt. Hohe Stapel lassen sich zusätzlich mit Spanngurten oder Netzen quer durch den Raum sichern, die an den Zurrpunkten befestigt werden.

 

Der Gesamtschwerpunkt der Ladung sollte bezogen auf die Containerbreite genau in der Mitte liegen. In der Länge darf der Schwerpunkt bei einem 20-Fuß-Container etwa 60 Zentimeter, bei einem 40-Fuß-Container etwa 90 Zentimeter von der Mittelachse abweichen. Ein Großteil des Gewichts gehört in die untere Hälfte des Containers, damit die Ladung beim Stampfen und Rollen des Schiffes nicht zu pendeln beginnt.

 

Maximale Zuladung im Container

Die zulässige Zuladung hängt vom Containertyp ab. Ein 20-Fuß-Standardcontainer trägt rund 30,1 Tonnen, ein 40-Fuß-Standardcontainer rund 28,8 Tonnen Nutzlast. Mit dem Eigengewicht ergibt sich für beide Typen ein zulässiges Bruttogewicht von etwa 32,5 Tonnen. Maßgeblich sind im Einzelfall die Angaben des Containers selbst (CSC-Sicherheitstypenschild) und die nationalen Achs- und Gesamtgewichtsvorschriften für den anschließenden Straßentransport.

 

Das zulässige Gesamtgewicht ist eine Obergrenze, nicht ein Zielwert. Wenn der Inhalt schwer und kompakt ist, wird der Container gewichtsseitig schon vor dem Volumen voll. Wer Volumen und Gewicht zusammen plant, vermeidet, dass die Ladefläche ungenutzt bleibt oder die Bodenbelastung überschritten wird.

Voll beladener Transporter-Laderaum mit Kartons hinter blauen Sicherungsnetzen und Gurten

Praxis-Checkliste vor dem Verschließen der Containertüren

  • Antirutschmaterial flächig unter den Auflagepunkten der schweren Ladung
  • Schwere Packstücke unten, leichte oben, alle Stapel auf einheitlichem Niveau
  • Schwerpunkt der Ladung mittig zur Containerbreite, im erlaubten Längsbereich
  • Bodenbelastung pro laufendem Meter eingehalten, schwere Lasten auf Holzbalken oder verteilenden Auflagen
  • Lücken zwischen Ladungsteilen und Containerwand mit Stauhölzern, Spannbrettern oder Staupolstern geschlossen
  • Reihen von Fässern oder Sackgut alternierend gestaut, Verbund stabil
  • Zurrpunkte an Eckpfosten, Längsträgern und Bodenringen genutzt, nicht die Wandbleche
  • Türseite mit Riegelbalken, Brettern und gegebenenfalls Netzen abgeschlossen
  • Sicherungsmittel in Tragfähigkeit und Anzahl auf das Ladungsgewicht abgestimmt
  • Dokumentation des Packplans und der Sicherungsmittel für die spätere Nachvollziehbarkeit
Blauer Zurrgurt mit verzinkter Ratsche und Haken in Produktnahaufnahme

Individuelle Lösungen für wiederkehrende Container-Verladungen

Container, die immer wieder die gleiche Art Ladung aufnehmen (beispielsweise Maschinenteile, Werkzeugsätze, palettierte Komponenten oder ASW-Versendungen) profitieren von einer auf den Anwendungsfall zugeschnittenen Sicherung. Statt jede Ladung neu zu improvisieren, lässt sich der Container mit einer abgestimmten Kombination aus Schienensystemen, Sperrelementen und Zurrpunkten ausrüsten, die an den vorhandenen Bauteilen sauber anschließt. Bei allsafe entwickeln und fertigen wir solche Sicherungslösungen seit über 20 Jahren VDI-konform und Made in Germany; Standardsysteme verlassen das Werk innerhalb von 24 Stunden.

 

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Häufige Fragen zur Ladungssicherung im Container

Welche Vorschriften gelten für die Ladungssicherung im Container?

Maßgeblich für den intermodalen Containerverkehr ist der CTU-Code von IMO und ILO. Er beschreibt das Packen von Ladung in oder auf Beförderungseinheiten zu Wasser und zu Lande und löst die früheren Container-Packrichtlinien ab. Im Straßenverkehr gelten zusätzlich § 22 und § 23 StVO. Die VDI 2700 ist als anerkannte Regel der Technik der praktische Umsetzungsmaßstab und unterscheidet formschlüssige und kraftschlüssige Sicherung.

 

Wie sichere ich Ladung im Container richtig?

Die Ladung muss nach allen Seiten gegen Verschieben gesichert sein, vor allem zur Tür hin. Lücken zwischen Packstücken und Containerwand werden geschlossen, schwere Lasten kommen nach unten und mittig, leichtere darüber. Zum Verzurren werden die Zurrstege an Eckpfosten sowie an Boden- und Dachlängsträgern genutzt. Stauhilfsmittel wie Holzbalken, Staupolster, Netze und Antirutschmaterial ergänzen die Sicherung je nach Verpackungstyp.

 

Welche Bauteile bringt jeder Container für die Ladungssicherung mit?

Jeder ISO-Standardcontainer hat Zurrstege an den Eckpfosten und an den Boden- und Dachlängsträgern, viele Container haben zusätzlich Zurrringe im Boden. Die gesickten Stahlseitenwände erlauben das Einpassen querlaufender Balken. Die Eckpfosten nehmen hohe Punktbelastungen auf, der hölzerne Containerboden ist nagelbar und lässt sich mit Holzverbindern punktuell befestigen.

 

Was ist der CTU-Code und wann gilt er?

Der CTU-Code ist die internationale Richtlinie für das Packen von Beförderungseinheiten (Container Transport Units) und wurde gemeinsam von IMO und ILO erarbeitet. Er gilt für das Packen von Ladung außer Schüttgut in oder auf Beförderungseinheiten bei Beförderung mit allen Verkehrsträgern zu Wasser und zu Lande; der Lufttransport ist nicht erfasst. Der CTU-Code löste die zuvor geltenden Container-Packrichtlinien ab und ist die zentrale Grundlage für die Ladungssicherung im intermodalen Containerverkehr.

 

Wie viel darf ein Container zuladen?

Ein 20-Fuß-Standardcontainer trägt rund 30,1 Tonnen Nutzlast bei einem zulässigen Bruttogewicht von etwa 32,5 Tonnen. Ein 40-Fuß-Standardcontainer trägt rund 28,8 Tonnen Nutzlast, ebenfalls bei rund 32,5 Tonnen Brutto. Die Bodenbelastung sollte rund 4,5 Tonnen pro laufendem Meter nicht überschreiten. Maßgeblich im Einzelfall sind die Angaben am Container selbst und die geltenden Achslastvorschriften für den Straßenvorlauf und Nachlauf.

 

Welche Sicherungsmittel eignen sich für die Sicherung im Seecontainer?

Im Container kommen Holzbalken, Bohlen, Kanthölzer, Staugitter und Zwischenböden zum Abstützen und Trennen zum Einsatz, dazu Luftstaupolster für Hohlräume, Netze für die Türseite und für hohe Stapel sowie Gurte, Tauwerk, Bandeisen, Schnellspanner und Ketten zum Verzurren. Reibungserhöhende Auflagen wie Gummi- oder Kokosmatten ergänzen die kraftschlüssige Sicherung, ersetzen aber keine aktive Verzurrung.

 

Wie sichere ich die Türseite des Containers richtig?

Die Türseite muss die Ladung beim Öffnen am Bestimmungsort sicher halten. Üblich ist ein zwischen den Eckpfosten verkanteter Riegelbalken, ergänzt um einen parallelen Balken am Ladungsabschluss und Hölzer, die den Zwischenraum im rechten Winkel passgenau ausfüllen. Hohe Stapel werden zusätzlich mit Spanngurten oder Netzen quer durch den Raum gesichert, die an den vorhandenen Zurrpunkten befestigt werden.

 

 

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung oder fachliche Beratung. Alle Angaben zu Gesetzen, Normen, Richtlinien und technischen Werten wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Maßgeblich sind im Einzelfall der jeweils gültige CTU-Code, die nationalen Vorschriften des Verkehrsträgers, die Angaben des Containerherstellers (CSC-Schild) und die Vorgaben des Spediteurs oder Verfrachters. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Transportrecht, an einen Sachverständigen für Ladungssicherung oder an die zuständige Berufsgenossenschaft.

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