Ein Ladungssicherungsnetz wirkt im ersten Moment unspektakulär. Wer aber einmal beobachtet hat, was bei einer Vollbremsung mit Kartons, Werkzeug oder Schüttgut passiert, wenn nichts darüber gespannt ist, weiß: Das Netz ist eines der vielseitigsten Sicherungsmittel im Fahrzeug. Es, deckt Ladungen ab, dort wo Bordwände zu niedrig bleiben, und übernimmt im Container oder hinter der Fahrerkabine die Aufgabe einer Trennwand. Entscheidend ist, dass das Netz zu Ladegut, Fahrzeug und Befestigungssystem passt.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Arten von Ladungssicherungsnetzen es gibt, wie Sie die richtige Maschenweite und das passende Material wählen, welche rechtlichen Vorgaben gelten und wie sich Netze sauber an Schienen und Zurrpunkten befestigen lassen. Außerdem erfahren Sie, wann ein Standardnetz reicht und wann eine maßgefertigte Lösung der bessere Weg ist, etwa wenn Fahrzeugmaße, Ladegut oder Befestigungspunkte vom Standard abweichen.
Ein Ladungssicherungsnetz ist ein Sicherungsmittel aus Gurtband, das die Ladung kraftschlüssig auf der Ladefläche hält. Anders als ein Spanngurt, der die Ladung punktuell niederzurrt, verteilt das Netz die Sicherungskräfte auf eine größere Fläche Das macht es vor allem dann interessant, wenn die Ladung aus vielen einzelnen Teilen besteht, eine unregelmäßige Form hat oder leicht verrutschen kann.
In der Praxis treten Netze in mehreren Rollen auf: als Abdeckung für leichtes, Ladegut, als kraftschlüssige Sicherung beim Niederzurren ganzer Stapel, als Trenn-Netz hinter der Fahrerkabine oder im Container und als Gepäcknetz im PKW oder Kombi. Welche Variante in Ihrem Fall die richtige ist, hängt von Fahrzeugtyp, Ladegut, Ladefläche und der vorhandenen Befestigungstechnik ab.
Im Markt sind mehrere Netztypen etabliert, die sich nach Aufbau, Maschenweite und Einsatzzweck unterscheiden.
Das Abdecknetz wird über die Ladung gespannt und verhindert, dass leichte Teile durch Fahrtwind oder Vibration verloren gehen. Typische Einsatzfelder sind offene Anhänger mit Grünschnitt oder Laub. Abdecknetze sind oft engmaschig und werden mit einer Randkordel oder einem Gummizug am Bordwandrand fixiert. Sie sind in der Regel nicht für die Sicherung schwerer Ladung ausgelegt.
Ein Zurrnetz übernimmt die kraftschlüssige Sicherung. Es wird über die Ladung gelegt und an den Zurrpunkten oder in Schienen so vorgespannt, dass die Ladung auf den Ladeboden gedrückt wird. Dadurch erhöht sich die Reibung zwischen Ladegut und Ladefläche, vergleichbar mit dem klassischen Niederzurren über Spanngurte, allerdings auf eine größere Fläche verteilt.
Gurtbandnetze bestehen aus gewebtem Gurtband und sind die robusteste Variante. Sie eignen sich besonders für Ladung im, im Transporter. Aus diesem Bauprinzip stammt auch das allsafe TransSAFE®net, ein konfigurierbares Systemnetz aus hochwertigem Gurtband, das in Maß, Maschenweite und Befestigungspunkten an die Transportaufgabe angepasst wird.
Das Trenn-Netz wird vertikal im Fahrzeug oder im Container gespannt und teilt den Laderaum ab. Eingesetzt wird es als Rückhaltung hinter der Fahrerkabine, als Abtrennung in Wechselbrücken oder als Sicherung in Schüttgutfächern. Die Hauptaufgabe ist nicht das Niederdrücken der Ladung, sondern das Verhindern des Verrutschens nach vorn oder hinten.
Transportnetze sind eine Mischform und kommen etwa beim Versand auf Paletten zum Einsatz. Sie umschließen das Ladegut auf der Palette und werden zusätzlich mit der Palette verbunden. Damit schaffen sie eine Sicherung, die unabhängig von Folie oder Umreifung wirkt.
PKW-Netze sind die kleine Variante für PKW, Kombi und Kleintransporter. Sie sichern leichtes Ladegut wie Taschen, oder Pakete im Kofferraum. Für die Sicherung schwerer Ladung im Sinne der StVO sind sie in der Regel nicht ausgelegt.
Im Transporter ist das Netz oft die praktischste Lösung, wenn der Laderaum nur teilweise befüllt ist. Es ergänzt Sperrstangen und Trennwände. In Kombination mit einer Airlineschiene an Wand oder Boden lässt sich das Netz an beliebigen Punkten einhängen und nach Bedarf umsetzen.
Auf der Pritsche, im Kofferaufbau oder im Container übernehmen Netze vor allem zwei Aufgaben: Trennung des Laderaums und Sicherung gestapelter Ladung gegen Verrutschen. Gurtbandnetze sind hier Standard, weil sie hohe Kräfte aufnehmen und sich gut an robusten Zurrpunkten befestigen lassen.
Am offenen PKW-Anhänger oder auf der Pickup-Ladefläche ist das Netz vor allem eine Sicherung gegen Verlust durch Fahrtwind. Für schwerere Ladung muss zusätzlich gezurrt werden, das Netz allein reicht in diesem Anwendungsfall meist nicht aus. Wichtig ist, dass die Maschenweite zur Ladung passt: Grünschnitt, Laub und kleinteilige Abfälle erfordern eine kleinere Maschenweite als Bauschutt oder Holz.
Die Maschenweite ist neben der Belastbarkeit das wichtigste Auswahlkriterium. Sie muss kleiner sein als das kleinste Stück Ladegut, das Sie transportieren. Beim TransSAFE®net von allsafe ist die Maschenweite konfigurierbar: bewährt haben sich Werte zwischen 150 und 200 Millimetern, die Mindestmaschenweite liegt bei 100 Millimetern. Für sehr feinteiliges Ladegut sind eigens entwickelte engmaschige Netze die richtige Wahl.
Beim Material hat sich Gurtband durchgesetzt. Es ist abriebfest, witterungsbeständig und nimmt hohe Zugkräfte auf, ohne sich plastisch zu verformen. Knotenfreie Konstruktionen reduzieren Verschleißpunkte. Wenn das Netz häufig gespannt wird, lohnt sich ein robustes Gurtbandnetz mit Stahlringen an den Ecken und gegebenenfalls weiteren Stahlringen an den Seiten oder im Netzinneren. Diese Ringe sind die definierten Befestigungspunkte und verteilen die Zugkraft gleichmäßig auf das Netz.
Die Pflicht zur Ladungssicherung gilt für jedes Fahrzeug auf der Straße, unabhängig davon, ob ein Netz, ein Spanngurt oder eine Sperrstange verwendet wird. Maßgeblich sind:
Für die Auswahl eines Ladungssicherungsnetzes heißt das in der Praxis: Ein Netz, das schwere Ladung sichern soll, sollte eine Kennzeichnung nach DIN EN 12195-2 mit ausgewiesenem LC-Wert haben. Reine Abdecknetze ohne LC-Angabe dürfen nicht als Sicherungsmittel für schwere Ladung verwendet werden.
Ein Netz ist nur so gut wie seine Befestigung.
Befestigungspunkte sind dedizierte Zurrösen, oder durchgehende Profilschienen. Besonders flexibel arbeiten Sie mit einer Airlineschiene an Boden oder Wand. Die Schiene nimmt Fittinge in engem Raster auf, sodass das Netz an beliebigen Stellen eingehängt und umgesetzt werden kann.
Wichtig ist, dass die Tragkraft des Anschlagpunkts mindestens dem LC-Wert des Netzes entspricht. Andernfalls reißt im Lastfall der Anschlagpunkt aus, nicht das Netz.
Ein Ladungssicherungsnetz ist ein Verschleißteil. Damit es seine angegebene Tragkraft behält, sollte es regelmäßig geprüft werden. Maßgeblich sind die Hinweise des Herstellers und die Vorgaben für Zurrmittel aus DIN EN 12195-2. Typische Kriterien für die Ablegereife sind:
Die Lagerung erfolgt am besten trocken, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und nicht in der Nähe aggressiver Chemikalien. Wer mehrere Netze im Einsatz hat, dokumentiert Inspektionen und Tausch in einer einfachen Nachweisliste. Bei beschädigten Netzen aus dem allsafe-Sortiment ist außerdem unser Reparaturservice all:change eine Option, sofern eine fachgerechte Instandsetzung möglich ist.
Bei allsafe sehen wir Formschluss als bevorzugte Sicherungsart, wo immer es technisch möglich ist. Drei Gründe sprechen dafür.
Weniger Aufwand pro Ladung. Wenn die Ladung lückenlos an Stirnwand, Sperrstange oder Spannbrett anliegt, sind im Idealfall keine zusätzlichen Niederzurrgurte mehr nötig. Das spart Zeit beim Beladen und reduziert die Zahl der Komponenten, die kontrolliert und gewartet werden müssen.
Reproduzierbares Ergebnis. Niederzurren hängt stark von der korrekt eingestellten Vorspannkraft, dem Zurrwinkel und dem Reibwert zwischen Ladung und Boden ab. Formschluss ist dagegen geometrisch eindeutig: entweder die Ladung steht an, oder sie steht nicht an. Dadurch lassen sich Verlade-Anweisungen einfach standardisieren und an Personal weitergeben.
Schonende Sicherung. Beim Niederzurren wirken hohe Vorspannkräfte auf die Verpackung der Ladung. Empfindliche Güter können beschädigt werden. Formschluss verteilt die Kräfte flächig über Stirnwand, Sperrelement oder Spannbrett und schont so Verpackung und Inhalt.
In der Summe gilt für viele Standardladungen: formschlüssig sichern, wo möglich, kraftschlüssig ergänzen, wo nötig.
Was ist ein Ladungssicherungsnetz?
Ein Ladungssicherungsnetz ist ein Sicherungsmittel aus Gurtband, das Ladung auf der Ladefläche formschlüssig oder kraftschlüssig sichert. Es kann als Abdecknetz, Zurr- oder Gurtbandnetz, Trennnetz, Transportnetz oder Gepäcknetz eingesetzt werden. Welche Variante geeignet ist, hängt von Fahrzeug, Ladegut und Befestigungstechnik ab.
Welche Arten von Ladungssicherungsnetzen gibt es?
Etabliert sind Abdecknetze für verwehbares Ladegut, Zurrnetze für die kraftschlüssige Sicherung, Gurtbandnetze als robuste B2B-Variante, Trennnetze für die Abteilung des Laderaums, Transportnetze für Paletten und Versandgut sowie Gepäcknetze für PKW und Kombi. Im professionellen Transport dominieren Gurtband- und Trennnetze.
Welches Netz für welchen Anhänger oder welches Fahrzeug?
Am offenen PKW-Anhänger ist das Netz vor allem eine Sicherung gegen Verlust durch Fahrtwind. Im Transporter ergänzt es Sperrstangen und Trennwände. Im LKW, Container oder in der Wechselbrücke übernimmt es Trennfunktion und kraftschlüssige Sicherung. Entscheidend ist, dass das Netz zur Ladegröße, zum Gewicht und zur Befestigungstechnik des Fahrzeugs passt.
Wie groß muss ein Ladungssicherungsnetz sein?
Das Netz sollte das Ladegut vollständig überdecken und an allen geeigneten Anschlagpunkten befestigt werden können.
Welche Maschenweite brauche ich für welches Ladegut?
Die Maschenweite muss kleiner sein als das kleinste zu sichernde Ladungsteil. Im Gurtbandnetz haben sich Maschenweiten zwischen 150 und 200 Millimetern bewährt, möglich sind ab 100 Millimetern.
Welche Normen gelten für Ladungssicherungsnetze?
Geprüfte Ladungssicherungsnetze entsprechen der DIN EN 12195-2 für Zurrmittel und haben einen ausgewiesenen LC-Wert in daN. Ergänzend sind die VDI 2700 als anerkannte Regel der Technik, § 22 und § 23 StVO sowie die DIN EN 12640 für Zurrpunkte am Fahrzeug zu beachten.
Ist ein Ladungssicherungsnetz auf dem Anhänger Pflicht?
Eine ausdrückliche Pflicht für ein Netz gibt es nicht. Pflicht ist die ordnungsgemäße Sicherung der Ladung nach § 22 StVO. Ob diese mit Spanngurten, Sperrstangen, einem Netz oder einer Kombination erreicht wird, entscheidet die jeweilige Transportaufgabe.
Wie wird ein Ladungssicherungsnetz korrekt befestigt?
Befestigt wird ausschließlich an dafür vorgesehenen Anschlagpunkten: Zurrösen oder Airlineschienen mit passenden Fittingen. Bordwände, Planengestelle und deren Verriegelungen sind keine Zurrpunkte. Die Tragkraft des Anschlagpunkts muss mindestens dem LC-Wert des Netzes entsprechen.
Wann muss ein Ladungssicherungsnetz ausgetauscht werden?
Ein Netz ist abzulegen, wenn das Gurtband Einschnitte oder Beschädigungen aufweist, Stahlringe oder Haken verformt sind, Nähte aufgerissen sind, eine starke chemische oder thermische Schädigung vorliegt oder die Kennzeichnung mit LC-Wert und Norm nicht mehr lesbar ist. Maßgeblich sind die Hinweise des Herstellers und DIN EN 12195-2.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung oder fachliche Beratung. Alle Angaben zu Gesetzen, Normen und Vorschriften wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Fassungen von StVO, VDI 2700 und der einschlägigen DIN-EN-Normen sowie die Hinweise des jeweiligen Herstellers. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Transportrecht oder einen Sachverständigen für Ladungssicherung.