Der Mercedes Sprinter und vergleichbare Kastenwagen von Ford Transit, VW Crafter oder Fiat Ducato sind in Handwerk, Logistik und Handel allgegenwärtig. Sie bieten viel Stauraum auf wenig Grundfläche, sind wendig und vielseitig. Doch genau diese Vielseitigkeit stellt die Ladungssicherung vor Herausforderungen: Unterschiedliche Ladungen, wechselnde Routen und oft Zeitdruck beim Be- und Entladen.
Die gesetzlichen Anforderungen an die Transportsicherung gelten für den Sprinter genauso wie für jeden anderen LKW. § 22 StVO verlangt, dass die Ladung bei Vollbremsung und Ausweichmanövern sicher an ihrem Platz bleibt. Wie Sie das im Sprinter-Kastenwagen zuverlässig umsetzen, lesen Sie in diesem Artikel.
Die Ladefläche eines Sprinters ist begrenzt. Jeder Zentimeter zählt. Große Ladungssicherungssysteme, die in einem 40-Tonner Platz finden, sind hier unpraktisch. Die Lösung: kompakte, an die Fahrzeuggeometrie angepasste Systeme. Airlineschienen an den Seitenwänden nutzen den vorhandenen Platz optimal und bieten flexible Befestigungspunkte.
Sprinter gibt es als Kastenwagen, Koffer mit Hochdach, Pritsche oder mit Doppelkabine. Jede Variante hat eigene Anforderungen. Beim Kastenwagen sind Stirnwand und Seitenwände feste Begrenzungen. Bei Pritschen fehlt die Stirnwand; deshalb kann die Ladung nur durch Zurrmittel in entsprechenden Zurrösen oder über Sperrelemente an den Bordwänden gesichert werden.
Handwerker transportieren Werkzeug, Material und Geräte. Lieferdienste fahren mit Paketen, Paletten oder Kühlware. Dienstleister haben oft Mischladungen aus Kisten, Koffern und sperrigen Teilen. Die Ladungssicherung muss flexibel sein und sich an wechselnde Ladungskonstellationen anpassen lassen. Weitere praxisnahe Tipps und bewährte Konzepte finden Sie in unserem ausführlichen Blogbeitrag zur Ladungssicherung im Transporter.
Airlineschienen sind Metallprofile (meist aus Aluminium) mit einer Ø20mm Systembohrung in einem engen 25mm Lochraster. Die Airlineschienen können sowohl als Seitenwandschiene, Boden- oder Deckenschiene montiert werden. Die Systembohrungen dienen zur Aufnahme von Zurrösen, spezielle Halterungen oder Sperrstangen. Der entscheidende Vorteil ist das enge Lochraster, welches es ermöglicht, dass die Ladungssicherung lastnah an das Ladegut positioniert werden kann.
Bei allsafe konfigurieren wir Airlineschienen-Systeme individuell für Ihren Sprinter. Die Schienen werden in der exakten Länge für Ihr Fahrzeug gefertigt und mit den entsprechenden Befestigungsbohrungen versehen, um eine einfache Montage zu ermöglichen.
Sperrstangen werden entweder horizontal zwischen den Seitenwänden des Kastenwagens oder senkrecht zwischen Boden- und Deckenschiene positioniert. Sie sichern die Ladung formschlüssig bei Beschleunigungsvorgängen.
Wir fertigen Sperrstangen in der passenden Länge oder Höhe für Ihren Sprinter. Zur Auswahl kommen auf Maß konfektionierte Stangen oder Universalstangen mit extra langem Teleskop, die sowohl horizontal als auch vertikal eingesetzt werden können.
Zurrgurte sind das Standardmittel für die kraftschlüssige Ladungssicherung. Beim Niederzurren wird die Ladung auf die Ladefläche gedrückt; wobei die Reibkraft die Ladung in Position hält. Wichtig: Die Ladefläche muss für einen optimalen Kraftschluss vorab immer gereinigt werden um die Reibung des Bodens zu erhöhen. Die Gurte müssen außerdem an festen Befestigungspunkten fixiert werden. Die Seitenwände eines Sprinters sind oft nicht für hohe Punktlasten ausgelegt, weshalb Airlineschienen oder feste Zurrpunkte am Boden sind die sicherere Lösung darstellen. Airlineschienen haben hierbei den großen Vorteil, dass die auf die Ladung einwirkende Kraft gleichmäßiger in die befestigten Teile der Karosserie, z. B. die Seitenwäde oder das Dach eingeleitet wird.
Rutschhemmende Unterlagen erhöhen zusätzlich die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche. Sie sind eine einfache Ergänzung zur Zurrsicherung und können die Anzahl der benötigten Gurte reduzieren. Besonders bei glatten Ladeflächen oder bei Ladung, die leicht verrutscht, lohnen sich Antirutsch-Matten. Wir empfehlen unseren Kunden jedoch immer direkt mit einer formschlüssigen Ladungssicherung zu planen.
Erfahren Sie mehr dazu in unserem Artikel zu Arten der Ladungssicherung.
Die Transportsicherung im Sprinter unterliegt denselben Vorschriften wie bei jedem anderen Straßenfahrzeug:
Wer die Ladung im Sprinter nicht ordnungsgemäß sichert, riskiert Bußgelder, Punkte und im Schadensfall Haftung. Die Investition in professionelle Ladungssicherung ist dagegen vergleichsweise gering.
Vor jeder Fahrt sollten Sie prüfen:
Eine kurze Kontrolle vor dem Start kann Unfälle und Bußgelder vermeiden. Falls doch einmal etwas passiert, ist es wichtig zu wissen, wer haftet: Lesen Sie dazu unseren Beitrag Wer ist verantwortlich für die Ladungssicherung?.
Die Transportsicherung im Sprinter erfordert Systeme, die zum kompakten Laderaum passen und sich flexibel an wechselnde Ladungen anpassen. Airlineschienen, Sperrstangen, Zurrgurte und rutschhemmende Unterlagen sind die bewährten Bausteine. Entscheidend ist, dass die Ausrüstung zu Ihrem Fahrzeug und Ihrer Ladung passt.
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Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Transportrecht oder die zuständige Berufsgenossenschaft.