Wer im Shop oder im Katalog nach dem passenden Gurt zur Ladungssicherung sucht, stolpert schnell über drei Begriffe: Zurrgurt, Ringgurt und Spanngurt. Auf den ersten Blick klingt das nach drei verschiedenen Produkten. In der Praxis führt das regelmäßig zu Verwirrung im Einkauf, denn nicht jeder Begriff steht für einen eigenen Gurttyp, und nicht jeder Gurt eignet sich für jede Aufgabe. Für den Fuhrpark bedeutet die falsche Wahl im schlechtesten Fall, dass die Ladung nicht sicher gehalten wird.
Dieser Ratgeber ordnet die Begriffe ein und hilft Ihnen bei der Auswahl. Sie erfahren, worin sich Zurrgurt und Ringgurt technisch und im Einsatz unterscheiden, warum „Spanngurt" kein eigener Gurttyp ist, und welcher Gurt sich für welche Ladung und welches Fahrzeug anbietet. Es geht dabei um Orientierung vor dem Kauf, nicht um die Bedienung am Fahrzeug. Wie ein Gurt Schritt für Schritt richtig gespannt wird, ist ein eigenes Thema.
Die wichtigste Klarstellung vorweg betrifft den Spanngurt. „Spanngurt" ist keine eigene Produktkategorie, sondern der umgangssprachliche Begriff für einen Zurrgurt. Beide Wörter meinen denselben Gegenstand: ein textiles Gurtband mit einem Spannelement zur Sicherung von Ladung. Im Handel und in der Fachsprache hat sich „Zurrgurt" durchgesetzt, weil er die Funktion beschreibt, nämlich das Zurren, also das Festmachen der Ladung. Im allsafe-Shop und in der maßgeblichen Norm DIN EN 12195-2 heißt das Produkt entsprechend Zurrgurt. Wenn Sie also einen „Spanngurt" suchen, meinen Sie in aller Regel einen Zurrgurt.
Der Ringgurt dagegen ist tatsächlich eine eigene Bauform. Er unterscheidet sich vom klassischen Zurrgurt in Aufbau und Einsatzzweck. Im Shop von allsafe finden Sie Gurte deshalb in zwei Kategorien: Zurrgurte für den Einsatz mit Schienen, Zurrmulden und Zurrpunkten und Ringgurte zur Umreifung der Ladung. Beide gehören zu den textilen Zurrmitteln und damit zu den zentralen Ladungssicherungsmitteln im Fuhrpark. Worin sich die beiden Bauformen konkret unterscheiden, zeigen die nächsten Abschnitte.
Der Zurrgurt ist das am häufigsten eingesetzte Sicherungsmittel im Straßentransport. Er verbindet die Ladung mit festen Anschlagpunkten am Fahrzeug und hält sie so an ihrem Platz. Bei allsafe entstehen die Zurrgurte in eigener Fertigung und lassen sich individuell konfigurieren, von der Gesamt- und Festendlänge über die Gurtbandfarbe bis zu den Endbeschlägen und dem Schloss.
Ein Zurrgurt besteht im Kern aus drei Elementen: dem textilen Gurtband, einem Spannelement, das den Gurt strafft, und den Endbeschlägen, mit denen er an Zurrpunkten oder Schienen eingehängt wird. Bei der Bauform unterscheidet man zwei Varianten.
Der einteilige Zurrgurt besteht aus einem durchgehenden Gurtband mit einem Spannelement, aber ohne feste Endbeschläge. Er wird vor allem zum Bündeln oder Umreifen von Ladungsteilen genutzt. Der zweiteilige Zurrgurt ist die gängigere Variante. Er besteht aus einem kurzen Festende, an dem das Spannelement und ein Endbeschlag sitzen, und einem langen Losende mit einem weiteren Endbeschlag. Beide Enden werden in Anschlagpunkte eingehängt und der Gurt anschließend über das Spannelement gestrafft. Genau diese Bauform kommt im Alltag am häufigsten zum Einsatz.
Der Zurrgurt deckt die beiden wichtigsten Sicherungsmethoden ab, die der Ratgeber Arten der Ladungssicherung ausführlich beschreibt. Beim Niederzurren wird der Gurt über die Ladung gelegt und gespannt. Er drückt die Ladung nach unten auf die Ladefläche und erhöht so die Reibung, damit sie nicht verrutscht. Der Kraftschluss wirkt dabei nach unten. Beim Direktzurren wird die Ladung über den Gurt direkt mit den Zurrpunkten am Fahrzeug verbunden, etwa in Form von Diagonal- oder Schrägzurren. Der Gurt ist dabei lösbar eingehängt, nicht fest verbaut.
Damit ist der Zurrgurt die richtige Wahl, wenn Ihr Fahrzeug über geeignete Anschlagpunkte verfügt, also über Zurrpunkte, Zurrmulden oder ein Schienensystem, in das sich die Endbeschläge einhängen lassen. Für die Kombination mit Airlineschienen oder Zurrpunkten sind passende Endbeschläge verfügbar.
Der Ringgurt verzichtet auf feste Endbeschläge und ist als geschlossene Ring- oder Schlaufenform ausgeführt. Statt an zwei Anschlagpunkten eingehängt zu werden, wird er um die Ladung herumgeführt. Bei allsafe ist er ausdrücklich zur Umreifung der Ladung vorgesehen, also dazu, eine Ladeeinheit zu umschließen oder mehrere Packstücke zu einem festen Bund zusammenzufassen.
Diese Bauform spielt ihre Stärke aus, wenn keine passenden Anschlagpunkte in unmittelbarer Nähe der Ladung liegen oder wenn lose Teile zunächst zu einer stabilen Einheit gebündelt werden sollen. Der Ringgurt hält die Teile zusammen, sodass sie sich nicht gegeneinander verschieben. Wie der zweiteilige Zurrgurt lässt er sich bei allsafe individuell konfigurieren, mit passender Gesamtlänge, Gurtbandfarbe und Schloss, auf Wunsch auch mit aufgedrucktem Firmenlogo.
Wichtig ist die Abgrenzung nach oben: Ein Ringgurt zur Ladungssicherung ist nicht dasselbe wie eine Rundschlinge aus der Hebetechnik. Beide sehen als geschlossene Schlaufe ähnlich aus, unterliegen aber unterschiedlichen Normen und Zulassungen und dürfen nicht gegeneinander ausgetauscht werden.
Für die Auswahl im Alltag lässt sich die Entscheidung auf wenige Fragen herunterbrechen. Sie hängt davon ab, wie Ihr Fahrzeug ausgestattet ist und wie die Ladung beschaffen ist:
In vielen Fuhrparks sind beide Bauformen im Einsatz, weil sie sich ergänzen. Der Zurrgurt sichert die Ladung gegen das Fahrzeug, der Ringgurt fasst einzelne Teile vorab zu einer transportfähigen Einheit zusammen. Rutschhemmende Unterlagen erhöhen bei beiden Methoden zusätzlich die Reibung, ersetzen die Sicherung mit dem Gurt aber nicht.
Zwei Kriterien entscheiden über die richtige Wahl: die Kennzeichnung und die Gurtbandbreite. Ein Gurt für die gewerbliche Ladungssicherung muss ein dauerhaft angebrachtes Etikett nach DIN EN 12195-2 tragen. Fehlt diese Kennzeichnung, ist der Gurt für den professionellen Einsatz nicht geeignet, unabhängig davon, wie stabil er wirkt. Einfache Gurte ohne Prüfkennzeichnung, wie sie im Baumarkt oft als „Spanngurt" verkauft werden, gehören nicht auf die Ladefläche eines Transporters oder Lkw.
Die Gurtbandbreite richtet sich nach dem Fahrzeug und der Ladung. allsafe bietet Zurrgurte und Ringgurte in mehreren Breiten an: Gurte mit 25 mm Gurtbandbreite sind für den Einsatz im Transporter vorgesehen, Gurte mit 35 mm für große Transporter und kleine Lkw, und Gurte mit 45 beziehungsweise 50 mm Gurtbandbreite für den Einsatz im Lkw. Als grobe Orientierung gilt: je schwerer die Ladung und je größer das Fahrzeug, desto breiter das Gurtband. Länge, Endbeschläge und Schloss lassen sich passgenau auf Ihre Anwendung abstimmen.
Was bedeuten LC, STF und SHF auf dem Zurrgurt-Etikett?
Diese drei Kürzel beschreiben die Belastbarkeit eines Zurrgurts nach DIN EN 12195-2. LC steht für Lashing Capacity, die zulässige Zurrkraft im geraden Zug, angegeben in Dekanewton (daN). Sie ist die Belastungsgrenze des Gurts. STF steht für Standard Tension Force, die Vorspannkraft, die beim Spannen mit der Ratsche erreicht wird und die Ladung beim Niederzurren nach unten drückt. SHF steht für Standard Hand Force, die genormte Handkraft, mit der die Ratsche bedient wird. Für die Auswahl ist vor allem der LC-Wert wichtig, weil er angibt, wie stark der Gurt belastet werden darf.
Woran erkenne ich, dass ein Zurrgurt ausgetauscht werden muss?
Ein Zurrgurt gehört aussortiert, sobald das Gurtband beschädigt ist, etwa durch Einschnitte, Einrisse, Garnbrüche oder starke Aufscheuerungen an den Kanten. Auch Schäden am Spannelement oder an den Endbeschlägen sowie Verformungen durch Überlastung sind ein Grund. Ist das Etikett nicht mehr lesbar, lässt sich die zulässige Belastung nicht mehr feststellen, und der Gurt darf nicht weiter für die Ladungssicherung verwendet werden. Im Zweifel gilt: aussortieren statt riskieren.
Darf ich einen Zurrgurt zum Heben oder Abschleppen verwenden?
Nein. Zurrgurte sind ausschließlich für die Ladungssicherung bestimmt, also dafür, Ladung auf dem Fahrzeug zu halten. Zum Heben von Lasten oder zum Abschleppen sind sie nicht zugelassen, weil dabei ganz andere Kräfte und Normanforderungen gelten. Für diese Zwecke gibt es eigene Hebe- und Anschlagmittel. Ein Zurrgurt außerhalb seines vorgesehenen Einsatzes ist ein Sicherheitsrisiko.
Wie viele Zurrgurte brauche ich für meine Ladung?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil es vom Gewicht der Ladung, der Reibung zwischen Ladung und Ladefläche und der gewählten Sicherungsmethode abhängt. Die nötige Anzahl und die erforderliche Sicherungskraft werden nach den anerkannten Regeln der Technik berechnet, insbesondere nach VDI 2700 und DIN EN 12195. Als Orientierung gilt: Die Sicherung wird gerechnet, nicht geschätzt. Im Zweifel unterstützt eine fachkundige Beratung bei der Auslegung.
Darf ich einen Zurrgurt kürzen oder verknoten?
Nein. Ein Zurrgurt darf nicht verknotet werden, weil ein Knoten das Gurtband schwächt und die zulässige Belastung nicht mehr gewährleistet ist. Auch eigenmächtiges Kürzen oder Reparieren ist nicht zulässig. Ist der Gurt zu lang, sollten Sie die passende Länge wählen; bei allsafe lässt sich die Gesamtlänge direkt bei der Konfiguration festlegen. Ein beschädigter Gurt wird ausgetauscht, nicht ausgebessert.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung oder fachliche Beratung. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Normen und technische Anforderungen können überarbeitet werden; maßgeblich ist der jeweils gültige amtliche Text. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Sachverständigen für Ladungssicherung oder die zuständige Berufsgenossenschaft.